Der Blick aufs Meer, die Stille der Wüste und die Begegnung mit der Natur wurden zu einem Spiegel nach innen – zur Reflexion über die eigene Rolle, Verantwortung und die Bedeutung von Führung im digitalen Zeitalter. Die Distanz zum operativen Tagesgeschäft eröffnete dabei den Raum, strategisch innezuhalten, neue Perspektiven auf die Organisation zu gewinnen und die eigenen Energiereserven wieder aufzuladen.
Jetzt ist Gregor zurück – mit neuer Energie, geschärftem strategischem Blick und der Überzeugung, dass nachhaltige Zukunft nur durch Vertrauen entsteht: Vertrauen ins Team, in mutige Entscheidungen und in eine Organisation, die Veränderung nicht nur annimmt, sondern aktiv und vorausschauend gestaltet. Im Interview spricht er über moderne Führung, den Mut zum Loslassen und darüber, wie Menschen ihr Potenzial entfalten, wenn man ihnen Vertrauen und Gestaltungsspielraum schenkt. Ein Gespräch über Verantwortung, Unternehmenskultur und den gemeinsamen Willen als Organisation kontinuierlich weiterzuwachsen.
Lieber Gregor, vier Monate unterwegs vom Kap in die Wüste: Was hat das Sabbatical mit dir gemacht – persönlich wie beruflich?
Gregor: Die vier Monate waren für mich in mehrfacher Hinsicht wertvoll. Besonders schön war, dass ich diese Zeit gemeinsam mit meiner Frau Monika erleben durfte. Wir konnten viel gemeinsame Zeit verbringen. Etwas, dass in den vergangenen Jahren oft zu kurz kam. Persönlich bot mir das Sabbatical einen echten Perspektivenwechsel, innerlich wie äusserlich. Beruflich war es eine bewusste Phase des Loslassens: Verantwortung abzugeben, die Organisation wirken zu lassen und zu beobachten, wie sich unsere agile Transformation im Alltag entfaltet.
Es war ein Experiment mit offenem Ausgang und es hat gezeigt: Die Organisation von achermann ist stabil und zukunftsorientiert aufgestellt. Das Leadership Board, die neu geschaffenen Customer-Teams und das gesamte achermann Team haben diese Phase nicht nur erfolgreich bewältigt, sondern aktiv genutzt, um sich weiterzuentwickeln und gemeinsam zu wachsen.
Du sprichst von neuem Weitblick. Was siehst du heute anders, wenn du auf die Service-Company achermann ict-services blickst?
Gregor: Der Blick von aussen hat mir klar gezeigt: Unsere agile Organisationsform entfaltet genau jene Stärken, die wir uns erhofft hatten. Verantwortung liegt heute dort, wo Fachkompetenz und Kundennähe am stärksten verankert sind. Entscheidungen werden dezentral, schnell und konsequent kundennah getroffen.
Gleichzeitig hat diese Entwicklung auch strategische Fragen offengelegt. Denn Veränderung bedeutet immer auch Übergang – und Übergänge verlangen Führung.
Jetzt ist der richtige Moment, um Rollen klar zu schärfen, Verantwortlichkeiten noch gezielter auszurichten und strukturelle Lücken zu schliessen. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen, um unsere Organisation nicht nur stabil, sondern auch dauerhaft wachstumsfähig und anpassungsstark zu halten.
Dein Team hat in deiner Abwesenheit viel Verantwortung übernommen. Was hat dich dabei am meisten beeindruckt?
Gregor: Besonders beeindruckt hat mich der Mut und das unternehmerische Denken, das sich bei vielen Mitarbeitenden positiv weiterentwickelt hat. Verantwortung wurde angenommen, Entscheidungen wurden getroffen, neue Initiativen sind entstanden. Besonders erfreulich ist, wie stark unser Kulturwandel spürbar geworden ist: Vertrauen, Eigenverantwortung und gemeinsame Zielorientierung prägen heute unseren Alltag noch stärker.
Das zeigt mir, dass wir als Organisation nicht nur Strukturen verändert haben, sondern vor allem das richtige Mindset fördern konnten.
Welche Chancen und Herausforderungen haben sich für dich durch die Entwicklung der Organisation während deines Sabbaticals gezeigt und wie denkst du über die nächsten Schritte nach?
Gregor: Drei Hauptthemen prägen meine aktuelle Standortbestimmung:
Gezielte Rollenschärfung
Die Lücken, die sichtbar wurden, verstehe ich als Chance, neue Rollen und Verantwortungsbereiche zu definieren. Sei es als Erweiterung bestehender Funktionen oder durch gezielte neue Positionen.
Kundenzentrierung weiter stärken
Unser Fundament bleibt: maximale Kundenorientierung und -begeisterung. Auch im Wachstum und der organisatorischen Weiterentwicklung dürfen wir diesen Fokus nie aus den Augen verlieren.
Wachstum in neue Märkte und Kundensegmente
Hier sehe ich konkretes Potenzial, um achermann fokussierter in bestehende und neue Geschäftsfelder und Kundensegmente zu führen – mit Innovation, Substanz und Weitsicht.
Die kommenden Wochen stehen im Zeichen der Reflexion und Standortbestimmung. Unsere Customer Teams führen ihre Retrospektiven eigenständig durch und reflektieren dabei ihre Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen. Im Leadership Board werden wir die übergeordneten Themen vertiefen, die sich daraus ergeben. Ich bin gespannt, welche Impulse, Erkenntnisse und konkreten Entwicklungsfelder aus dem Team achermann sichtbar werden und wie wir diese gemeinsam weiterführen können.
Zu guter Letzt: Was wird sich durch deine Rückkehr ändern und was bewusst nicht?
Gregor: Was bleibt: Die Verantwortung bleibt bei denjenigen, die Kundennähe und Fachkompetenz täglich leben. Wir führen unsere agile Organisation konsequent weiter.
Was sich ändert: Ich übernehme wieder vermehrt die Rolle des Impulsgebers, Strategieentwicklers und Mitgestalters. Dort, wo Lücken entstanden sind, werden wir gezielt ergänzen – sei es durch neue Aufgabenbündelungen oder punktuelle Verstärkung im Leadership Board.
Es gibt kein Zurück in alte Muster. Wir bauen auf dem, was gewachsen ist und führen es gemeinsam konsequent in die Zukunft.
Der Blick von aussen hat sich gelohnt. Die Organisation hat sich bewährt, Verantwortung wurde übernommen, die Transformation wird aktiv gelebt. Meine Rückkehr markiert deshalb keinen Neustart, sondern den nächsten konsequenten Entwicklungsschritt einer Organisation, die Wandel als festen Bestandteil ihrer DNA versteht.
Jetzt gilt es, achermann noch gezielter und wirksamer auf die Zukunft auszurichten: mit unternehmerischer Verantwortung, klar geschärften Rollen, kompromissloser Kundenzentrierung und der Begeisterung für das, was wir tun. Agilität bleibt dabei unser Führungsprinzip – nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für nachhaltiges Wachstum und für eine Organisation, die auch in einem dynamischen Umfeld jederzeit handlungsfähig bleibt.
Danke für das Vertrauen, die Partnerschaft und die gemeinsame Reise.